Hörmann trotzt den Höhenmetern

Über 2000 Höhenmeter mussten auf dem Weg von Bregenz nach Lech bewältigt werden. Der 1600 Meter hohe Hochtannbergpass verlangte von Markus Hörmann auf der zweiten Hälfte der Radstrecke noch einmal alles ab (Fotos: Rafa Babot).

Mit einem souveränen siebten Platz beim Trans Vorarlberg läutet der Tölzer Triathlonprofi seine Vorbereitungsphase auf den Ironman Barcelona im Oktober ein.

Bregenz/Lech (Österreich) – Nach seinem 15. Platz beim Challenge Roth und der anschließenden Regenerationsphase kehrte Markus Hörmann beim Trans Vorarlberg Triathlon in den Wettkampfzirkus zurück. Es war zeitgleich sein zweites Rennen für das Team Tripep im Rahmen der vierteiligen Spirit Triathlon Serie, die nach Portocolom, Chiemsee und Alpe d’Huez zum diesjährigen Abschluss in Österreich Halt gemacht hatte. Bei den Profis mischten sich unter anderem mit dem Tiroler Thomas Steger, dem Südafrikaner Matt Trautman sowie dem Schweizer Ruedi Wild gestandene Mitteldistanz-Spezialisten unter das Starterfeld. Bei perfekten Wetterbedingungen ging es von Bregenz nach Lech, wobei 1,2 Kilometer Schwimmen, 93 Kilometer Radfahren und der abschließende 12 Kilometer lange Crosslauf bewältigt werden mussten. 

Gestartet wurde am Sonntagmorgen im Bregenzer Strandband vor einem idyllischen Alpenpanorama. Doch für ausschweifende Blicke in die Berge oder auf die weltberühmte und -größte Seebühne der Bregenzer Festspiele blieb Markus Hörmann und den über 400 Athleten keine Zeit. Das Tempo war von Beginn an hoch, zusammen mit den beiden Deutschen Sebastian Neef und Luca Heerdt konnte sich Hörmann jedoch schnell vorne positionieren. Nach etwas über 16 Minuten im Bodensee und gut einer Minute Rückstand auf die Spitzengruppe um den Dornbirner Lokalmatador Martin Bader machte sich der Athlet des WSV Bad Tölz auf die anspruchsvolle Radstrecke.

Mit insgesamt über 2000 Höhenmetern ging es für die Triathleten stets bergauf, die seltenen, flachen Teilabschnitte und Abfahrten sorgten nur wenig für Erholung. Hier sollte sich schnell zeigen, wer an diesem Tag die besseren Beine hatte. Hörmann machte sich dabei in einer Gruppe um seinen Kollegen aus dem Team Tripep, Luca Heerdt, sowie dem mehrfachen Ironman Hawaii-Starter und zweifachen Trans Vorarlberg-Sieger Christian Kramer auf die Klettertour durch die österreichische Urlaubsregion. Waren nach knapp der Hälfte der Strecke über 1000 Höhenmeter bewältigt, wartete zum Abschluss noch der 1600 Meter hohe und steile Hochtannbergpass. Während dort der Österreicher Thomas Steger die Führung übernehmen konnte, arbeitete sich Hörmann bis zum Wechsel auf die Laufstrecke von Platz 12 auf Position acht vor.

Auch auf der zwei Runden langen Laufstrecke durch den Wintersportort Lech blieben die Teilnehmer nicht vor weiteren Höhenmetern verschont. So stellte sich dem 29-Jährigen Profitriathleten aus Bad Tölz direkt nach der Wechselzone bereits die erste Rampe in den Weg. Danach folgte ein mühsamer Lauf über Waldpfade und Bergpassagen mit knapp 200 Höhenmetern, auf dem Hörmann auf den letzten Kilometern seinen Rhythmus fand und noch einmal den Turbo zünden konnte. Dabei ließ er den ehemaligen Vorarlberger Leichtathleten Schatzmann hinter sich und sicherte sich in einer Gesamtzeit von 3:55:48 Stunden den siebten Platz. Thomas Steger brachte seine Führung ungefährdet ins Ziel und gewann vor den weiteren Favoriten Matt Trautman und Ruedi Wild.

Markus Hörmann über sein Rennen beim Trans Vorarlberg: „Nach meiner mehrwöchigen Pause bin ich sehr zufrieden, wie gut ich auf Anhieb mit der starken Konkurrenz und der extremen Strecke zurechtgekommen bin. Es war für mich auf jeden Fall ein guter Härtetest und ein gelungener Start in meine Vorbereitung auf meine zweite Langdistanz in dieser Saison.“

Anfang Oktober möchte sich der Tölzer Profitriathlet beim Ironman Barcelona in bester Form präsentieren und mit etwas Glück weit vorne landen. Dafür bereitet er sich in den nächsten Wochen im Höhentrainingslager im Schweizer Leysin vor und geht am 8. September beim Isarlauf in Bad Tölz an den Start über die 10-Kilometer-Distanz.